Filmblog-Adventskalender 2014: Türchen 13

Dem Schenken stehe ich, ehrlich gesagt, mit gemischten Gefühlen gegenüber. Schön ist es für Schenkende_n wie Beschenkte_n, wenn das Geschenk persönlich ist, eine Lücke füllt und am besten lange nützlich ist. Alles andere ist doch rausgeschmissenes Geld und für beide Seiten unangenehm. Gerade der Geschenkezwang zu bestimmten Anlässen macht es aber meist schwer, diese Grundsätze einzuhalten. Und überhaupt erscheint mir der Konsumterror zu Weihnachten von Jahr zu Jahr unsinniger.

Deswegen war es nicht so leicht für mich, etwas Passendes für mein Türchen bei Alexander Matzkeits Filmblog-Adventskalender zu finden. Also habe ich mir einfach gleich drei Geschenkideen für Cineasten und Normalsterbliche überlegt: etwas Persönliches, etwas Wichtiges, etwas Nützliches.

Filmblog-Adventskalender_2014

Ein ganz kostenfreies Geschenk, das sich eigentlich alle Cineasten jährlich gegenseitig und ganz allgemein der Welt machen könnten, ist eine Spotify-Playlist der liebsten Filmmusik aus dem betreffenden Jahr (klar, alles gibt es dort nicht, aber damit muss man leben). Das ist ein nicht unaufwendiges Geschenk, aber man hat ja auch selbst etwas davon. Ich als große Freundin von Scores und Soundtracks zumindest würde mich sehr freuen über zahlreiche dieser Playlists. Es muss nicht immer etwas sein, das man in Geschenkpapier wickeln kann. Hier mein Weihnachtsgeschenk an die Welt:


Daneben kann ich nur empfehlen, allen Menschen William Shakespeares Macbeth (oder eigentlich jedes beliebige andere Stück des Barden) zu schenken, am besten zusammen mit einer oder zwei Verfilmungen, da ist ja für jeden Geschmack etwas dabei. Das ist nicht nur eine gute Idee aufgrund des anstehenden Filmereignisses des Jahres (ach, was schreibe ich: des Jahrhunderts!), sondern ganz generell geeignet für Filminteressierte, da Shakespeare das Kino quasi erfunden hat. Bei Shakespeare lernt man noch immer etwas dazu: über die Visualität von Sprache, über Ereignisketten, über das Persönliche und das Universelle. Und seine Adaptionen beweisen immer wieder einen eigenen Wert – wenn der_die Regisseur_in seine_ihre originäre Vision umsetzt und damit der Vorlage nichts raubt, sondern ihr eine neue Perspektive hinzufügt (denn jede Verfilmung ist immer eine Deutung), ihren Reichtum also erhöht und damit Literatur wie Film dient. In digitaler Form gibt es Shakespeares Werke sogar kostenlos, ich persönlich halte eine ordentliche Annotation allerdings für unabdingbar (die Oxford und Cambridge University Presses sind da meist recht zuverlässig), aber auch eine zweisprachige Ausgabe für angemessen; und zur Orientierung im Hinblick auf die Verfilmungen habe ich da schon mal was vorbereitet.

Und wem das alles zu anstrengend oder zu highbrow ist, dem ist immer noch ausgezeichnet mit einem Netflix-Gutschein gedient. Die gibt es laut Internet in manchen Supermärkten und Tankstellen.

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